Anfang 2001 kam die Idee auf, aus dem Forum heraus, ein Treffen im Norden zu organisieren.
Ich bin so frei und nehme mal die alte Webseite.
Das 1. Inoffizielle XJ-Treffen an der Fischbude im Hafen von Kollmar – oder anders:
Unter Schafen!

Schaflos in Kollmar

Miri ist schon um drei am Campingplatz angekommen, also fällt abends keiner Omi mehr das Gebiss raus, weil plötzlich diese Mopedrocker die Idylle am Elbdeich stören. Thomas und Svenja sind als Einheimische auch früh da – kein Wunder, wenn man FJR 1300 fliegt. Allerdings braucht Thomas zweieinhalb Stunden für den Zeltaufbau. Erst dann steht das Ding hundertprozentig in einer Flucht mit der Hecke im Hintergrund, die Stangen sind absolut senkrecht ausgerichtet und das Vordach faltenfrei gespannt. Natürlich müssen auch alle Häringe im exakten 45 Grad-Winkel in das Erdreich getrieben werden. Wie man’s in fünf Minuten macht, seht ihr am rechten Bildrand: Mähmaster – pardon: Webmaster – F. muss geknickt schlafen, weil sein Zelt schief und krumm steht. Das gehört so, sacht er.

Nu wird erstmal Thomas nigelnagelneue und schafe FJR 1300 geölt. Er spendiert gleich einen Kasten dunkles Flens und nach fünf Mal Plopp! wird die Tour diskutiert.


Nach dem Aufbauen und Akklimatisieren kommt der Spaziergang über den Deich in die Elbmetropole Kollmar. Jens, F., Svenja, Thomas und Miri können sich das Grinsen immer noch nicht verkneifen. Liegt das am Wetter, an den attraktiven Paarhufern im Hintergrund – oder daran, dass F. (der Webmaster) es
- trotzhandgeschriebenem Roadbook (“Immer der Nase nach, dann Links, dann nach Norden und in Hamburg wird es wohl schon ausgeschildert sein”)
- Karte (wo die bekannte norddeutsche Stadt Zürich drauf ist, zur Orientierung…)
- GPS-Satellitennavigationsgerät (zeigt perfekt die Höhe über NN an – außer im Norden, da bleibt der Höhenmesser immer unter 100 Meter – seltsam)
nicht geschafft hat, den Treff zu finden. Erst nach einer “völlig freiwilligen” kleinen Tour von 80 Kilometern rund um Hamburg (allein dreimal durch Norderstedt, weil’s so schön ist) kam der Mann aus dem Schwarzwald am Campingplatz an.
Am Hafen angekommen hockt sich Jens ans Wasser. Trotz sorgfältigster Beobachtungen erspäht er keinen einzigen vorbeischwimmenden Rollmops.

Vom Hafen aus geht es direkt in die Jeverstuben, Pflichtfisch fassen. Wer nach Südschweden fährt, muss natürlich auch wässriges Getier vertilgen. Dafür gibt’s Krombacher Pils. Versteh einer die Fischköppe.
Jäns (Name von der Redaktion geändert) meint dann nur, dass so ein Schaf doch “ganz kuschlig” wäre. Nich, dass das für geringfügige Lästerorgien gesorgt hätte…
Danke Jäns, nun hat die XJ-Gemeinde mit einem fröhlichen “Määäh” einen eigenen Gruß. Achtung: Wer nicht määht, wird geschoren!
Unter Schafen

Thomas kuckt nicht etwa so grimmig, weil er Honda Hornet fährt. Wär’ ja auch ein guter Grund. Aber Schafkonzert ab morgens um fünf ist ein besserer Grund (selbstverständlich wollten sich auch die muuhenden Kühe, der heulende Hyänenköter, die kuckuckenden Kuckucks und der uhuende Uhu nicht lumpen lassen…). Micha (vorne) nimmt schon mal einen kräftigen Schluck aus der Pulle. Schließlich muss er mit Papa Mac Gyver später noch ordentlich touren.

- Thomas sitzt sprungbereit auf seinem Bierkasten. Bereit, sofort einen gewagten Hechtsprung zu seiner FJR zu machen, wenn eine Fliege es wagen sollte, sich auf die frisch polierte Scheibe zu setzen. Damit er jederzeit hellwach ist, hat ihm Svenja extra eine Thermosflasche reines Koffein mitgegeben.
- Miri futtert und studiert die Teilnehmerliste und stellt fest, wer es gewagt hat, nicht zu erscheinen. Der wichtigste Grund um Miri zu jedem weiteren Treffen einzuladen: Sie bringt Nutella mit! Beim nächsten Mal bitte nicht vergessen!
- F. meditiert und betet zum großen Campinggasias, dass das Wasser für den Kaff’ endlich kocht.


Mac Gyver, Thomas, Olli, Micha und Jens freuen sich, dass Thomas und Svenjas Bestellung pünktlich ausgeliefert wurde: Schönes Wetter im hohen Norden!

Irgendwie muss Mac Gyver wohl Frühaufstücker sein. Macht n’ Foto vom Platz, während der erste Kaffee noch garnich in der Tasse verdunstet.

Naja, schon besser. Die meisten können schon freundlich dreinschauen. Und noch hält auch der Bochumer Leichtbau-Hocker vorne links. Nach dem Abendessen verabschiedet sich das Ding. Hätte man doch besser die maximale Zuladung beachten sollen…
Die Fischbude

Zweiter Tach: Zuerst das wirklich wichtige: Mac Gyver präsentiert stolz seine aus dem vollen gefräste Handyhalterung für seinen Eisenhaufen!

Hinten das blaue soll ziemlich nass sein, vorne das blaue ziemlich schaf. Rechts (nich im Bild) stehen die Harleys. Es wär also doch was geworden mit dem Harley-Weitwurf – aber die Zahnärzte mit den original HD-Jacken, HD-Hosen, HD-Kugelschreibern, HD-Krawattenhaltern und HD-Rheumasocken waren in der Überzahl. Das nächste Mal müssen viel mähr XJ-ler kommen!

Autsch, das blendet ja richtig. Thomas hat sogar die Innenseite der Schalldämpfer auf Hochglanz poliert. Warum euer Mähmaster F. so ablästert? Guck mal hier (außer Thomas, der sollte hier nicht gucken!).

So sieht ne dreckige XJ nach 960 Kilometern aus. Tierschützer haben herausgefunden: Wenn F. weiter soviele Kilometer frisst, stirbt die gemeine Stubenfliege in zwei Monaten aus!



Angriffshaltung des gemeinen Fischkopps – Mac Gyver vor der Fischbude.
Besonders wichtig ist es an der Küste, sein Mopped immer in Windrichtung auf den Seitenständer zu stellen, damit es nicht umgeblasen wird. Deshalb stehen die Mühlen hier alle nach rechts gekippt. Das hat auch irgendwas mit Luv und Lee zu tun, aber das verstehen eh nur Leute mit Schwimmhäuten zwischen den Zehen.
Damit in Sachen “steifer Brise” nichts schiefgeht, überprüft Micha als Einheimischer, ob die Moppeds auch korrekt vertäut sind.
Opa Thede

Es muss gesagt sein: Die Tour, die Thomas, Svenja und StefanausW zusammengestellt hatten, war klasse. Eindeutiger Höhepunkt: Das kleine private Motorradmuseum in Kringelkrug. Walter Thede begrüßt uns Reiskocher-Treiber und fraaacht: Wollt ihr gleich rein oder sollen wir erstmal was laufen lassen? Letzteres wollen wir, damit alle noch schnell ihren Lungenschmacht stillen können. Doch was der Mann mit dem Cordhut da rausholt, lässt viele die Kippe vergessen. Die Snob ist Baujahr 1922, Walter Thede Baujahr ein Jahr älter. Und trotzdem zirkelt der Mann ohne Probleme über den Platz.


Über 200 deutsche Motorräder, Mofas, Mopeds, Roller, ein paar Fahrräder, Krankenfahrstühle und viel Krimskrams hat Walter Thede in seiner Scheune gesammelt. Und zu allem weiß er eine Geschichte zu verklickern: Diese Elite Diamant mit 348 Kubik und 15 PS kostete 1927 genau 1275 Reichsmark – soviel wie ein Einfamilienhaus!



Gut, dass MacGyver dieses Beweisfoto geschossen hat! Es zeigt eindeutig, dass wir nicht nur Schafe gejagt haben – und dass es Straßen gibt, die über zwanzig Meter geradeaus gehen (was der Schwarzwälder Mähmaster bis heute nicht verstehen kann).
Deshalb kuckt der F. hier auch so angestrengt. Aufrecht auf dem Mopped? Wo gibt’s denn sowas? Da fährt man sich ja die Reifen ganz eckig!
Ganz viel Mähr


Na, nu sieht das ja schon nach Mähr aus. Die XJ-ler am Eiderstauwerk. Nur Svenja fehlt leider auf dem Foto. Beim nächsten Treffen gibt’s aber ein vollständiges Bildchen, oder?
An der Aalbude gibt es echt gute Currywurst. Musste Mähmaster F. sich gönnen, weil er im Pott die Pflichtwurst versäumt hatte. F. schaut her, weil er den Kopf nicht rechtzeitig wegdrehen konnte. Mac Gyver hält die Mezzo-Mix in die Sonne, damit das Zeug endlich warm wird. Und Micha sucht wahrscheinlich nach Seehund Willi.
Fährmann hol über
Lauter Wasser rundrum. Und die Straße bewegt sich und nennt sich Fähre. Schon komisch, da oben in der Nordpolgegend.


Gott sei Dank, das Festland hat uns wieder! Jetzt kucken, ob am Mopped noch alles dran ist. Das “Achtung”-Schild ist übrigens nicht extra wegen uns aufgestellt worden. Unter vier Liter Verbrauch auf hundert Kilometer mit den kleinen XJ’s – noch Fragen. Ja: “Was mach’ ich mit dem ganzen Sprit, der aus dem Motor in meinen Tank läuft bei der Fahrweise”, rätselt Mac Gyver. Vielleicht an der nächsten Tanke in Zahlung geben? Aber mal im Ernst: Großes Lob für die Disziplin. So hat wenigstens jeder was vom Touren.

Und nu wird diskutiert, wieviel Kettenfett wohin gehört. … wobei das bei einer XJ 900 gar nicht so einfach zu beantworten ist!
In der guten Stube
Zurück in Kollmar gibt es nach 240 Kilometern gemütlicher Tour endlich in der Jeverstube was auf die Gabel. Miri muss allerdings noch warten, während Axel schon spachtelt. Ganz in Gelb: Knulli.


Nächtliche Ruhestörung
Stefan aus W hat sein Mopped gegen seinen Sechszylinder getauscht. Einen fettes VW LT-Wohnmobil mit voller Ausrüstung. Latürnich auch Petroleum-Lampen, die zwei Erleuchtungs-Spezialisten hier gerade zum brennen bringen. Jens leuchtet mit seiner Maglite so lange in den Tank, bis zum Docht Licht raus kommt.




Dritter Tach: Das Feldlager (oder -lazarett?) am Morgen. Ganz vorne eine Honda Hornet. Naja, man ist ja tierlieb. Määh.
Stefan aus W, jetzt “Stefan aus LT”, hat die Nacht überlebt. Obwohl irgendein Ex-Sauerländer noch morgens um halb vier mit 107 Phon gelallt haben soll: “Was’n? Jetscht schomm schaafen öhhm schlafemm? Isch doch noch was Bier da….”
Eine Stunde später muss Thomas schon aufgestanden sein, um seine FJR noch vor dem Morgengrauen porentief rein zu waschen. Soviel Fürsorge konnten wir kaum fassen.

Und hier noch der Beweis, dass wir tatsächlich am Mähr (vormals “Meer”) waren.
Fottos von F., MacGyver und F.. Text von Frankie